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Breslaufahrt
Reisebericht über die ehemalige Heimat.
18 Breslau - Goldschmiedener mit Anhang, 3 bayrische Gäste und 5 Kinder einiger Goldschmiedener, fuhren nach Breslau mit Riesengebirge. Vom 06.-11.Juli 2002
Die dort Geborenen, wollten die Heimat wiedersehen. Die Kinder, waren neugierig auf das Land ihrer Elternteile. Die Gäste, kannten das Land von Erzählungen und wollten es sehen.
Wir fuhren mit einem Bus um 6 Uhr von Nürnberg ab. Am Tag vorher kamen schon einige aus Bad Salzungen, Bensheim und Wertingen, um ja rechtzeitig dabei zu sein. Ein Teil übernachtete bei einer Nachbarin, der Rest bei mir, dem Organisator der Reise, Dieter Schmolke.
Die Fahrt ging über die A9 und A72 bis Görlitz. Unterwegs in Münchberg, Zwickau und Dresdner-Kreuz stiegen noch Goldschmiedener zu. Insgesamt waren wir 40 Personen mit dem Busfahrer.
Es fing gleich fröhlich an. Wir sangen Lieder wie: kehr ich einst zur Heimat wieder..., hohe Tannen...,kein schöner Land... u.s.w.
Die Grenze nach Polen überwanden wir problemlos und einigermaßen schnell. Es ging weiter in Richtung Breslau bis Bunzlau. Dort bogen wir rechts ab und fuhren durch das Tal des Bober, über Löwenberg, Mauer, Hirschberg, zu unserem 1. Ziel Krummhübel.
Reisegruppe in Krummhübel
An einer Tankstelle kurz hinter Bunzlau war Kaffeezeit angesagt. Der Busfahrer kochte einen guten Kaffee, dazu gab es als Überraschung- Mohkucha und Streeslkucha, sapperlott dess is Kucha!- den meine Frau selbst gebacken hatte. Natürlich original schlesisch, nach Schwiegermutter`s Rezept, mit großen Streuseln!
Die Überraschung kam sehr gut an, die zwei Bleche Kuchen waren sehr bald aufgefuttert.
Die Fahrt durch das Bobertal war recht einsam und trotzdem schön. Sehr wenig Verkehr aber die ehemals blühende Landschaft verwildert. Vereinzelte alte, halbverfallene Bauernhöfe mit einer Kuh im Hof. Wenig bestellte Ackerflächen. So ist es eben jetzt in der ehemaligen Heimat! Um die Stimmung nicht ganz in den Keller gehen zu lassen, sangen wir das Riesengebirgslied, da von weitem die Schneekoppe schon grüßte.
Ungefähr 10km vor Hirschberg begann das neue Leben. Bautätigkeit überall, neue Straßen und Häuser, Häuser wurden renoviert! Man merkte den Aufschwung bis nach Krummhübel. Schließlich befanden wir uns mitten im Touristengebiet.
Gegen 17Uhr kamen wir in Krummhübel an. Zwei Nächte wohnten wir im Hotel Corum, was uns sehr gut gefiel. Es wird von einem Berliner Ehepaar geleitet.
Am nächsten Tag besuchten wir die Sehenswürdigkeiten im Riesengebirge: Schloss Fürstenstein, Kloster Grüssau, Agnetendorf (Gerh. Hauptmann). Uns zur Seite gestellt wurde ein Führer der Spitzenklasse! Sehr beschlagen, witzig, charmant, fröhlich und er hieß -Emil. Es war ein erlebnisreicher, informativer und anstrengender Tag, den wir bei ca. 30° C überstanden.
Am nächsten Morgen, nach gutem Frühstücksbüfett, waren alle wieder guter Laune, denn es ging nach Breslau der Hauptstadt Niederschlesiens!
Wir fuhren noch zur Kirche Wang, die am Tag zuvor nicht mehr geschafft wurde und ließen uns die Besonderheiten von einem Tonband erklären. Anschließend genossen wir die schöne Altstadt von Hirschberg mit dem Rathausring und seinen Arkaden.
Schweidnitz und seine Friedenskirche stand noch auf dem Programm. Leider ist auch sie in einem jämmerlichen Zustand, es wird aber langsam, sehr langsam restauriert, da nur Spendengelder zur Verfügung stehen. Sie ist eine evangelische Kirche!! Man sagte uns, dass nur etwa 3% der Bevölkerung in Polen evangelisch ist!
Weiter ging die Fahrt. Ein letzter Blick zurück zur Schneekoppe, der aalen Gake! Vor uns sah man schon die schlesische Tiefebene in der Ferne. Bald empfingen uns riesige Getreide und Zuckerrübenfelder, wir waren mitten drin in der Kornkammer Schlesiens!
Vorbei ging’s auch am „Zutaberg“ er war grau und das bedeutete weiter schönes Wetter!
Gegen 16 Uhr kamen wir im Novotel in Breslau an. Nach dem Abendessen fuhren, meine Frau, unsere beiden Töchter, mein Bruder Heinz, ich und zwei Bekannte mit einem Großraumtaxi. Halsbrecherisch fuhr der Fahrer mit 80km, z.T. freihändig und wild die Sehenswürdigkeiten erklärend: „gucken sie rechts, gucken sie links“ und meist den Kopf nach hinten gerichtet zu den Stellen in der Stadt, an denen mein Bruder aufgewachsen ist. Im Brigittental, am Waschteich, Baugewerbeschule, Pestalozzischule- wo unsere Mutter zur Schule ging-. Danach Kletschgau in die Linnestraße, über die Gröschelbrücke, Freiburger Bahnhof und zurück zum Rathaus, wo wir den herrlichen Sommerabend in einem Laubenlokal am Ring ausklingen ließen.
Am nächsten Vormittag stand eine Stadtrundfahrt zu den Besonderheiten mit Führung an. Sie wurde mit einem Mittagessen im Hotel DWOR POLSKI am Ring beendet.
Rathaus von Breslau Jahrhunderthalle mit Pergola
Die Stimmung war gedrückt, denn anschließend fuhren wir zu unseren Kindheitserinnerungen- nach Breslau-Goldschmieden!
Auf dem Weg dorthin hat sich sehr viel verändert. Der Flughafen „Gandau“ ist verschwunden, Wohnblöcke beherrschen jetzt das Gelände! Die Straßenbahnendhaltestelle- im Volksmund „der letzte Heller“ genannt existiert nicht mehr, da die Straßenbahn jetzt bis Breslau-Lissa fährt. Unterwegs gibt es mehrere Badeseen rechts der Straße auf die wir neidisch schauten denn es herrschten wieder um die 35° C.
In Goldschmieden angekommen, fuhr der Bus am „Paradies“ in die Siedlung. Kurz vor der Schule ließ uns der Fahrer aussteigen und jeder versuchte auf eigene Faust „sein Haus“ zu finden.
Wir besuchten zuerst eine deutsche Frau, die mit einem Polen verheiratet ist. Ihre Familie ist damals dort geblieben! Die Freude war groß und wir sollten gleich zum Kaffe bleiben. Leider war die Zeit zu knapp und wir verschoben es auf ein nächstes Mal.
Am ehem. Schloss vorbei mit den Waisenhäusern, gingen wir zu „unserer Schule“. Sie ist äußerlich in sehr schlechtem Zustand! Rein konnten wir nicht, da gerade die großen Ferien waren.
Wir suchten das Haus - Adersbacherstraße 15 - in dem ich geboren wurde. Die Strasse ist nicht wieder zu erkennen! Zwischen die kleinen Siedlungshäuser wurden einstöckige Flachdachhäuser gebaut, sieht scheußlich aus! Siehe Foto unten. unser Haus heute
18 Breslau - Goldschmiedener mit Anhang, 3 bayrische Gäste und 5 Kinder einiger Goldschmiedener, fuhren nach Breslau mit Riesengebirge. Vom 06.-11.Juli 2002
Die dort Geborenen, wollten die Heimat wiedersehen. Die Kinder, waren neugierig auf das Land ihrer Elternteile. Die Gäste, kannten das Land von Erzählungen und wollten es sehen.
Wir fuhren mit einem Bus um 6 Uhr von Nürnberg ab. Am Tag vorher kamen schon einige aus Bad Salzungen, Bensheim und Wertingen, um ja rechtzeitig dabei zu sein. Ein Teil übernachtete bei einer Nachbarin, der Rest bei mir, dem Organisator der Reise, Dieter Schmolke.
Die Fahrt ging über die A9 und A72 bis Görlitz. Unterwegs in Münchberg, Zwickau und Dresdner-Kreuz stiegen noch Goldschmiedener zu. Insgesamt waren wir 40 Personen mit dem Busfahrer.
Es fing gleich fröhlich an. Wir sangen Lieder wie: kehr ich einst zur Heimat wieder..., hohe Tannen...,kein schöner Land... u.s.w.
Die Grenze nach Polen überwanden wir problemlos und einigermaßen schnell. Es ging weiter in Richtung Breslau bis Bunzlau. Dort bogen wir rechts ab und fuhren durch das Tal des Bober, über Löwenberg, Mauer, Hirschberg, zu unserem 1. Ziel Krummhübel.
Reisegruppe in Krummhübel
An einer Tankstelle kurz hinter Bunzlau war Kaffeezeit angesagt. Der Busfahrer kochte einen guten Kaffee, dazu gab es als Überraschung- Mohkucha und Streeslkucha, sapperlott dess is Kucha!- den meine Frau selbst gebacken hatte. Natürlich original schlesisch, nach Schwiegermutter`s Rezept, mit großen Streuseln!
Die Überraschung kam sehr gut an, die zwei Bleche Kuchen waren sehr bald aufgefuttert.
Die Fahrt durch das Bobertal war recht einsam und trotzdem schön. Sehr wenig Verkehr aber die ehemals blühende Landschaft verwildert. Vereinzelte alte, halbverfallene Bauernhöfe mit einer Kuh im Hof. Wenig bestellte Ackerflächen. So ist es eben jetzt in der ehemaligen Heimat! Um die Stimmung nicht ganz in den Keller gehen zu lassen, sangen wir das Riesengebirgslied, da von weitem die Schneekoppe schon grüßte.
Ungefähr 10km vor Hirschberg begann das neue Leben. Bautätigkeit überall, neue Straßen und Häuser, Häuser wurden renoviert! Man merkte den Aufschwung bis nach Krummhübel. Schließlich befanden wir uns mitten im Touristengebiet.
Gegen 17Uhr kamen wir in Krummhübel an. Zwei Nächte wohnten wir im Hotel Corum, was uns sehr gut gefiel. Es wird von einem Berliner Ehepaar geleitet.
Am nächsten Tag besuchten wir die Sehenswürdigkeiten im Riesengebirge: Schloss Fürstenstein, Kloster Grüssau, Agnetendorf (Gerh. Hauptmann). Uns zur Seite gestellt wurde ein Führer der Spitzenklasse! Sehr beschlagen, witzig, charmant, fröhlich und er hieß -Emil. Es war ein erlebnisreicher, informativer und anstrengender Tag, den wir bei ca. 30° C überstanden.
Am nächsten Morgen, nach gutem Frühstücksbüfett, waren alle wieder guter Laune, denn es ging nach Breslau der Hauptstadt Niederschlesiens!
Wir fuhren noch zur Kirche Wang, die am Tag zuvor nicht mehr geschafft wurde und ließen uns die Besonderheiten von einem Tonband erklären. Anschließend genossen wir die schöne Altstadt von Hirschberg mit dem Rathausring und seinen Arkaden.
Schweidnitz und seine Friedenskirche stand noch auf dem Programm. Leider ist auch sie in einem jämmerlichen Zustand, es wird aber langsam, sehr langsam restauriert, da nur Spendengelder zur Verfügung stehen. Sie ist eine evangelische Kirche!! Man sagte uns, dass nur etwa 3% der Bevölkerung in Polen evangelisch ist!
Weiter ging die Fahrt. Ein letzter Blick zurück zur Schneekoppe, der aalen Gake! Vor uns sah man schon die schlesische Tiefebene in der Ferne. Bald empfingen uns riesige Getreide und Zuckerrübenfelder, wir waren mitten drin in der Kornkammer Schlesiens!
Vorbei ging’s auch am „Zutaberg“ er war grau und das bedeutete weiter schönes Wetter!
Gegen 16 Uhr kamen wir im Novotel in Breslau an. Nach dem Abendessen fuhren, meine Frau, unsere beiden Töchter, mein Bruder Heinz, ich und zwei Bekannte mit einem Großraumtaxi. Halsbrecherisch fuhr der Fahrer mit 80km, z.T. freihändig und wild die Sehenswürdigkeiten erklärend: „gucken sie rechts, gucken sie links“ und meist den Kopf nach hinten gerichtet zu den Stellen in der Stadt, an denen mein Bruder aufgewachsen ist. Im Brigittental, am Waschteich, Baugewerbeschule, Pestalozzischule- wo unsere Mutter zur Schule ging-. Danach Kletschgau in die Linnestraße, über die Gröschelbrücke, Freiburger Bahnhof und zurück zum Rathaus, wo wir den herrlichen Sommerabend in einem Laubenlokal am Ring ausklingen ließen.
Am nächsten Vormittag stand eine Stadtrundfahrt zu den Besonderheiten mit Führung an. Sie wurde mit einem Mittagessen im Hotel DWOR POLSKI am Ring beendet.
Rathaus von Breslau Jahrhunderthalle mit Pergola
Die Stimmung war gedrückt, denn anschließend fuhren wir zu unseren Kindheitserinnerungen- nach Breslau-Goldschmieden!
Auf dem Weg dorthin hat sich sehr viel verändert. Der Flughafen „Gandau“ ist verschwunden, Wohnblöcke beherrschen jetzt das Gelände! Die Straßenbahnendhaltestelle- im Volksmund „der letzte Heller“ genannt existiert nicht mehr, da die Straßenbahn jetzt bis Breslau-Lissa fährt. Unterwegs gibt es mehrere Badeseen rechts der Straße auf die wir neidisch schauten denn es herrschten wieder um die 35° C.
In Goldschmieden angekommen, fuhr der Bus am „Paradies“ in die Siedlung. Kurz vor der Schule ließ uns der Fahrer aussteigen und jeder versuchte auf eigene Faust „sein Haus“ zu finden.
Wir besuchten zuerst eine deutsche Frau, die mit einem Polen verheiratet ist. Ihre Familie ist damals dort geblieben! Die Freude war groß und wir sollten gleich zum Kaffe bleiben. Leider war die Zeit zu knapp und wir verschoben es auf ein nächstes Mal.
Am ehem. Schloss vorbei mit den Waisenhäusern, gingen wir zu „unserer Schule“. Sie ist äußerlich in sehr schlechtem Zustand! Rein konnten wir nicht, da gerade die großen Ferien waren.
Wir suchten das Haus - Adersbacherstraße 15 - in dem ich geboren wurde. Die Strasse ist nicht wieder zu erkennen! Zwischen die kleinen Siedlungshäuser wurden einstöckige Flachdachhäuser gebaut, sieht scheußlich aus! Siehe Foto unten. unser Haus heute
Unser Haus steht, ist aber auch in sehr schlechtem Zustand. Die Bewohner sind alt, verstehen und sprechen kein deutsch. Wir konnten uns nicht verständigen warum und weshalb wir angeklopft haben. So mussten wir wehmütig weiterziehen, ohne unseren Töchtern, „unser Haus“ von innen zeigen zu können, in dem wir so viele schöne Kindertage verbracht haben.
Wir gingen weiter zum Park, unserem hauptsächlichen Spielplatz. Das „Parkbergl“ besteht noch und sieht aus, als wenn es von der jetzigen Jugend genau so genutzt wird, wie damals von uns. Der Park machte einen guten Eindruck und war aufgeräumt.
Wir gingen weiter und kamen an die Weistritz. Wir überquerten sie auf einer neuen Brücke, die nach dem großen Hochwasser gebaut wurde und kamen nach Breslau Lissa. Die Weistritz ist nur noch ein kleines Rinnsal. Es gibt keine Badeanstalt mehr, kein Wehr an dem es so schön zu baden war, auch der kleine See, links über der Brücke ist verschwunden. Auf ihm konnte man im Winter herrlich Schlittschuhlaufen und Eis für die Kühlschränke wurde dort gesägt.
Wir gingen weiter durch Lissa bis zum Schloss, wo der Bus auf uns wartete, der uns zurück nach Breslau ins Hotel brachte.
Abends fuhren wir noch einmal ins Zentrum, zur „Liebichshöhe“ und spazierten am Stadtgraben entlang bis zur Universität und weiter zum Rathaus.
Die Liebichshöhe, ist wie alles abseits der Touristenstraßen verkommen! Verschmierte Wände und Mauern, Treppen und Plattformen mit Glasscherben übersäht und abends nicht sehr einladend!
Anders der Schweidnitzer Keller im Rathaus. Er wurde renoviert und macht einen vornehmen Eindruck, deswegen auch wenig besucht. Früher war mehr los, da dampften die Eisbeine auf jedem Tisch, dabei wurde heftig diskutiert! Trotzdem wurde es noch ein schöner Abend in einem der Laubenlokale am Ring.
Am nächsten Tag hieß es Abschied nehmen von Breslau. Nach dem Frühstück wurden die Koffer in den Bus geladen und wir fuhren in die Innenstadt. Dort konnte jeder auf eigene Faust den Vormittag bis 12 Uhr gestalten. Die Meisten nutzten die Zeit um Einkäufe zu tätigen. Man traf sich z.B. beim Barrasch, in der Rittermarkthalle oder gegen Mittag am Ring. Am ehemaligen Schlossplatz holte uns der Busfahrer wieder ab. Wir fuhren dann an Goldschmieden vorbei, durch Lissa, in Richtung Liegnitz, denn Kloster Leubus stand noch an.
Um 13 Uhr war für unsere Gruppe eine Führung, mit Frau Skrobek, durch die Klosteranlage bestellt. Leider war die Frau nicht zur Stelle und wir mussten uns mit dem Material begnügen, dass wir an der Kasse erhalten haben. Meine Tochter Karin versuchte, uns dieses Material, so gut es ging zu vermitteln und sie machte es sehr gut!
Das riesige Kloster ist bis auf den Fürstensaal, der sehr gut restauriert wurde, in gleichem Zustand wie manche anderen berühmten Sehenswürdigkeiten, nämlich sehr schlecht!
Nach der Besichtigung und einem Abstecher an die Oder, fuhren wir weiter nach Liegnitz. Im ehemaligen Hotel Kuprum, jetzt Qubus Hotel , verbrachten wir die letzte Nacht. Das Hotel wurde erst im April 02 eröffnet und war sehr modern – 4****! Schon beim Einchecken gab es Probleme. Die Aufzüge fuhren erst wenn man seine Schlüsselkarte eingegeben hatte. Natürlich kannten das die Wenigsten und so war ein Stau vor den Aufzügen vorprogrammiert.
Vor dem Abendessen konnte wer wollte einen Spaziergang in die schöne Innenstadt von Liegnitz machen. Die Kathedrale Peter und Paul, das alte Rathaus, das Schloss und der Ring, boten sich zur Besichtigung an.
Das Abendessen hatte einen kleinen feierlichen Rahmen, denn es war das letzte auf unserer Reise in die ehemalige Heimat.
Am nächsten Morgen ging es weiter. Wir kamen problemlos über die Grenze in Görlitz. Fuhren noch in die Innenstadt um die schönen Fassaden der restaurierten Häuser zu bewundern. Am unteren Markt wurde noch fest gearbeitet. Wir gingen bis zur Peterskirche und konnten von da die Neiße sehen, die jetzt die Grenze zu Polen bildet. Sie teilt Görlitz in deutsch und polnisch, traurig aber wahr!
Nach dem Stopp ging es wieder auf die Autobahn, in Richtung Dresden.
Meine Tochter Karin las die Eindrücke der Reise aus ihrer Sicht vor, die so manchem unter die Haut ging. Ich werde sie am Anschluss dieses Berichtes wiedergeben.
An den bekannten Haltepunkten wurde Gruppe für Gruppe mit dem Lied- Auf Wiedersehn, Auf Wiedersehn bleib nicht so lange fort- verabschiedet, was jedem nicht leicht fiel, denn wir hatten uns doch sehr an einander gewöhnt!
Um 19 Uhr kamen auch die Letzten wohlbehalten in Nürnberg an, vollgestopft mit Eindrücken, guten und schlechten. Wir waren aber alle der Meinung, dass sich die Reise gelohnt hat und waren froh sie gemacht zu haben.
Die Heimat ist verloren, aber die Erinnerung an sie wird immer im Herzen bleiben!!
Dank an alle die dabei waren und Auf Wiedersehen beim Schlesiertreffen 2003 in Nürnberg!
Euer Dieter Schmolke
Gedanken eines Nachkömmlings über die (unbekannte) alte Heimat Schlesien
Während unserer Fahrt durch Schlesien wurde ich gefragt, ob das hier jetzt alles so ist, wie ich es mir vorgestellt habe.
Leider wusste ich darauf keine rechte Antwort, denn ich konnte mir das Land vorher gar nicht so richtig vorstellen.
Diese Frage hat mich aber darauf gebracht, dass es viele interessieren würde, was für Gefühle und Gedanken ein junger Mensch hat, wenn er in die Heimat seiner Vorfahren fährt, die es so eigentlich gar nicht mehr gibt.
Deshalb habe ich am Ende der Reise meine Gedanken dazu aufgeschrieben und möchte sie euch jetzt vorlesen:
Das Land in das wir fahren, war für mich, seit ich auf der Welt bin, immer Polen.
Nur von alten Bildern und Erzählungen habe ich mir vorstellen können, wie es zu der Zeit ausgesehen haben könnte, als es noch zu Deutschland gehörte.
Jetzt sehe ich das Land und die Leute und es ist vieles heruntergekommen und zum Teil verwahrlost und es sieht irgendwie polnisch aus.
Ich versuche mir vorzustellen, wie es hier einmal ausgesehen haben könnte.
Die schönen alten Häuser mit den prächtigen Fassaden und auf den Geschäften und Straßenschildern deutsche Namen.
Aber wie muss es euch dabei gehen: Ihr wisst, wie es einmal hier ausgesehen hat und müsst jetzt mit ansehen, was daraus geworden ist.
Ich möchte versuchen, euch diesen Unterschied zu vermitteln:
Ihr habt in eurer Erinnerung das was früher mal war und was das Land Polen daraus gemacht hat. Und ich sehe das Heruntergekommene und muss versuchen mir vorzustellen, wie schön es vielleicht mal ausgesehen hat.
Wenn man durch die größeren Städte fährt, könnte man ja fast meinen, man ist in Deutschland: Obi, Lidl, real, an jeder Ecke ein McDonald.
Aber dann fährt man an den alten Häusern vorbei, die jetzt völlig zerfallen sind und die früher einmal so schön waren und dann weiß man gleich wieder, wo man ist.
Denn mit Obi und Lidl bringt man das Gefühl für eure alte Heimat bestimmt nicht zurück.
Ich habe aber auch viel Schönes in diesem Land gesehen:
Die vielen Felder und das weite Land – eure Kornkammer eben.
Das schöne Riesengebirge, in dem es so viel zu entdecken gab mit unserem erstklassigen Reiseführer Emil.
Und dann natürlich Breslau. Seit ich ganz klein war, eigentlich schon immer, hängt ein Bild vom Breslauer Rathaus bei uns zu Hause.
Und als ich am Montag Abend dann vor diesem wundervollen Gebäude stand, kamen mir einfach die Tränen.
In Goldschmieden habe ich das Elternhaus von meinem Papa gesehen, aber alles Drumherum war für mich doch ziemlich polnisch. Irgendwie hat man sich nicht so ganz wohl gefühlt und bestimmt nicht heimisch.
So geht es euch vielleicht auch, aber für viele von euch war es doch einmal euer zu Hause.
Diese Gefühle, die ihr dabei haben müsst, kann ich mir überhaupt nicht vorstellen.
Also für mich war die Reise auf jeden Fall sehr interessant und wenn ich mir vorstelle, wie schön hier alles mal ausgesehen hat, dann war das für euch doch ein wundervolles Land um aufzuwachsen. Und so solltet ihr es auch in Erinnerung behalten und euren Kindern und Enkelkindern davon erzählen.
Jetzt heißt es: Suste nischt ogg heem – und das ist für mich Nürnberg.
Karin Schmolke Jahrg.68, Tochter von Dieter Schmolke
Wir gingen weiter zum Park, unserem hauptsächlichen Spielplatz. Das „Parkbergl“ besteht noch und sieht aus, als wenn es von der jetzigen Jugend genau so genutzt wird, wie damals von uns. Der Park machte einen guten Eindruck und war aufgeräumt.
Wir gingen weiter und kamen an die Weistritz. Wir überquerten sie auf einer neuen Brücke, die nach dem großen Hochwasser gebaut wurde und kamen nach Breslau Lissa. Die Weistritz ist nur noch ein kleines Rinnsal. Es gibt keine Badeanstalt mehr, kein Wehr an dem es so schön zu baden war, auch der kleine See, links über der Brücke ist verschwunden. Auf ihm konnte man im Winter herrlich Schlittschuhlaufen und Eis für die Kühlschränke wurde dort gesägt.
Wir gingen weiter durch Lissa bis zum Schloss, wo der Bus auf uns wartete, der uns zurück nach Breslau ins Hotel brachte.
Abends fuhren wir noch einmal ins Zentrum, zur „Liebichshöhe“ und spazierten am Stadtgraben entlang bis zur Universität und weiter zum Rathaus.
Die Liebichshöhe, ist wie alles abseits der Touristenstraßen verkommen! Verschmierte Wände und Mauern, Treppen und Plattformen mit Glasscherben übersäht und abends nicht sehr einladend!
Anders der Schweidnitzer Keller im Rathaus. Er wurde renoviert und macht einen vornehmen Eindruck, deswegen auch wenig besucht. Früher war mehr los, da dampften die Eisbeine auf jedem Tisch, dabei wurde heftig diskutiert! Trotzdem wurde es noch ein schöner Abend in einem der Laubenlokale am Ring.
Am nächsten Tag hieß es Abschied nehmen von Breslau. Nach dem Frühstück wurden die Koffer in den Bus geladen und wir fuhren in die Innenstadt. Dort konnte jeder auf eigene Faust den Vormittag bis 12 Uhr gestalten. Die Meisten nutzten die Zeit um Einkäufe zu tätigen. Man traf sich z.B. beim Barrasch, in der Rittermarkthalle oder gegen Mittag am Ring. Am ehemaligen Schlossplatz holte uns der Busfahrer wieder ab. Wir fuhren dann an Goldschmieden vorbei, durch Lissa, in Richtung Liegnitz, denn Kloster Leubus stand noch an.
Um 13 Uhr war für unsere Gruppe eine Führung, mit Frau Skrobek, durch die Klosteranlage bestellt. Leider war die Frau nicht zur Stelle und wir mussten uns mit dem Material begnügen, dass wir an der Kasse erhalten haben. Meine Tochter Karin versuchte, uns dieses Material, so gut es ging zu vermitteln und sie machte es sehr gut!
Das riesige Kloster ist bis auf den Fürstensaal, der sehr gut restauriert wurde, in gleichem Zustand wie manche anderen berühmten Sehenswürdigkeiten, nämlich sehr schlecht!
Nach der Besichtigung und einem Abstecher an die Oder, fuhren wir weiter nach Liegnitz. Im ehemaligen Hotel Kuprum, jetzt Qubus Hotel , verbrachten wir die letzte Nacht. Das Hotel wurde erst im April 02 eröffnet und war sehr modern – 4****! Schon beim Einchecken gab es Probleme. Die Aufzüge fuhren erst wenn man seine Schlüsselkarte eingegeben hatte. Natürlich kannten das die Wenigsten und so war ein Stau vor den Aufzügen vorprogrammiert.
Vor dem Abendessen konnte wer wollte einen Spaziergang in die schöne Innenstadt von Liegnitz machen. Die Kathedrale Peter und Paul, das alte Rathaus, das Schloss und der Ring, boten sich zur Besichtigung an.
Das Abendessen hatte einen kleinen feierlichen Rahmen, denn es war das letzte auf unserer Reise in die ehemalige Heimat.
Am nächsten Morgen ging es weiter. Wir kamen problemlos über die Grenze in Görlitz. Fuhren noch in die Innenstadt um die schönen Fassaden der restaurierten Häuser zu bewundern. Am unteren Markt wurde noch fest gearbeitet. Wir gingen bis zur Peterskirche und konnten von da die Neiße sehen, die jetzt die Grenze zu Polen bildet. Sie teilt Görlitz in deutsch und polnisch, traurig aber wahr!
Nach dem Stopp ging es wieder auf die Autobahn, in Richtung Dresden.
Meine Tochter Karin las die Eindrücke der Reise aus ihrer Sicht vor, die so manchem unter die Haut ging. Ich werde sie am Anschluss dieses Berichtes wiedergeben.
An den bekannten Haltepunkten wurde Gruppe für Gruppe mit dem Lied- Auf Wiedersehn, Auf Wiedersehn bleib nicht so lange fort- verabschiedet, was jedem nicht leicht fiel, denn wir hatten uns doch sehr an einander gewöhnt!
Um 19 Uhr kamen auch die Letzten wohlbehalten in Nürnberg an, vollgestopft mit Eindrücken, guten und schlechten. Wir waren aber alle der Meinung, dass sich die Reise gelohnt hat und waren froh sie gemacht zu haben.
Die Heimat ist verloren, aber die Erinnerung an sie wird immer im Herzen bleiben!!
Dank an alle die dabei waren und Auf Wiedersehen beim Schlesiertreffen 2003 in Nürnberg!
Euer Dieter Schmolke
Gedanken eines Nachkömmlings über die (unbekannte) alte Heimat Schlesien
Während unserer Fahrt durch Schlesien wurde ich gefragt, ob das hier jetzt alles so ist, wie ich es mir vorgestellt habe.
Leider wusste ich darauf keine rechte Antwort, denn ich konnte mir das Land vorher gar nicht so richtig vorstellen.
Diese Frage hat mich aber darauf gebracht, dass es viele interessieren würde, was für Gefühle und Gedanken ein junger Mensch hat, wenn er in die Heimat seiner Vorfahren fährt, die es so eigentlich gar nicht mehr gibt.
Deshalb habe ich am Ende der Reise meine Gedanken dazu aufgeschrieben und möchte sie euch jetzt vorlesen:
Das Land in das wir fahren, war für mich, seit ich auf der Welt bin, immer Polen.
Nur von alten Bildern und Erzählungen habe ich mir vorstellen können, wie es zu der Zeit ausgesehen haben könnte, als es noch zu Deutschland gehörte.
Jetzt sehe ich das Land und die Leute und es ist vieles heruntergekommen und zum Teil verwahrlost und es sieht irgendwie polnisch aus.
Ich versuche mir vorzustellen, wie es hier einmal ausgesehen haben könnte.
Die schönen alten Häuser mit den prächtigen Fassaden und auf den Geschäften und Straßenschildern deutsche Namen.
Aber wie muss es euch dabei gehen: Ihr wisst, wie es einmal hier ausgesehen hat und müsst jetzt mit ansehen, was daraus geworden ist.
Ich möchte versuchen, euch diesen Unterschied zu vermitteln:
Ihr habt in eurer Erinnerung das was früher mal war und was das Land Polen daraus gemacht hat. Und ich sehe das Heruntergekommene und muss versuchen mir vorzustellen, wie schön es vielleicht mal ausgesehen hat.
Wenn man durch die größeren Städte fährt, könnte man ja fast meinen, man ist in Deutschland: Obi, Lidl, real, an jeder Ecke ein McDonald.
Aber dann fährt man an den alten Häusern vorbei, die jetzt völlig zerfallen sind und die früher einmal so schön waren und dann weiß man gleich wieder, wo man ist.
Denn mit Obi und Lidl bringt man das Gefühl für eure alte Heimat bestimmt nicht zurück.
Ich habe aber auch viel Schönes in diesem Land gesehen:
Die vielen Felder und das weite Land – eure Kornkammer eben.
Das schöne Riesengebirge, in dem es so viel zu entdecken gab mit unserem erstklassigen Reiseführer Emil.
Und dann natürlich Breslau. Seit ich ganz klein war, eigentlich schon immer, hängt ein Bild vom Breslauer Rathaus bei uns zu Hause.
Und als ich am Montag Abend dann vor diesem wundervollen Gebäude stand, kamen mir einfach die Tränen.
In Goldschmieden habe ich das Elternhaus von meinem Papa gesehen, aber alles Drumherum war für mich doch ziemlich polnisch. Irgendwie hat man sich nicht so ganz wohl gefühlt und bestimmt nicht heimisch.
So geht es euch vielleicht auch, aber für viele von euch war es doch einmal euer zu Hause.
Diese Gefühle, die ihr dabei haben müsst, kann ich mir überhaupt nicht vorstellen.
Also für mich war die Reise auf jeden Fall sehr interessant und wenn ich mir vorstelle, wie schön hier alles mal ausgesehen hat, dann war das für euch doch ein wundervolles Land um aufzuwachsen. Und so solltet ihr es auch in Erinnerung behalten und euren Kindern und Enkelkindern davon erzählen.
Jetzt heißt es: Suste nischt ogg heem – und das ist für mich Nürnberg.
Karin Schmolke Jahrg.68, Tochter von Dieter Schmolke

