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Andalusische Gedanken

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Andalusische Gedanken (teilweise etwas bösartig)


Neigung von Rentnern, ihr Leben im Süden zu verbringen.....

Die Generation der heute 60-80jährigen hatte in vielen Fällen eine identische Entwicklung. Sie hat das Ende der Kriegsjahre erlebt, familiäre Einschnitte durch Verlust von Angehörigen hinnehmen müssen, viele mußten Flucht, Vertreibung erfahren, dann allgemeiner Neuanfang, wo auch immer. Es kam der Wirtschaftsaufschwung, jeder war seines Glückes Schmied. Manche, die sich selbständig machten, wurden reich. Die Masse erreichte in den meisten Fällen einen gewissen Wohlstand. Man baute ein Haus, das Grundstück war damals noch so bemessen. daß es für die Kinder auch noch einen Bauplatz gab. Arbeitslosigkeit war ein Fremdwort.
Und nun ist das Arbeitsleben vorbei. Die Kinder sind versorgt. Die Frau hatte mitverdient, bekommt jetzt auch eine Rente. Man ist sorgenfrei, hat Geld übrig. Erzählungen der vorherigen Generation zeigen, daß sich die Verhältnisse im Alter entscheidend verbessert haben. Es gab aber auch in der Nachkriegsgeneration Männer, obwohl kein überdurchschnittlicher Verdiener, die von sich so überzeugt waren, meine Frau braucht nicht zu arbeiten. Ich möchte einen geregelten Haushalt, täglich und pünktlich warmes Essen, die Frau gehört ins Haus, an den Herd usw. Diese wenigen schauen heute etwas gequält aus der Wäsche. Bei allem, was sie jetzt als Ruheständler unternehmen, fehlt einfach die Rente der Frau, auch wenn sie nicht sehr hoch sein sollte. Das ist der springende Punkt. Die anderen, die meisten, sind in der beneidenswerten Lage, man sich quasi alles leisten. Natürlich nur in dem- wie ihr ganzen Leben verlaufen ist- verhältnismäßig kleingestricktem Rahmen. Die Medizin hat gewaltige Fortschritte gemacht, viele, die heute mobil sind, wären ohne diese Entwicklung längst gestorben. Man denke nur an die häufigen Herzoperationen, die fast schon Routine geworden sind und diese Menschen mit ihren Bypässen fitter als je zuvor macht; Leute, die ihren Bluthochdruck, ihren erhöhten Zucker- ihre hohen Blutfettwerte mit hervorragend wirkenden Arzneimitteln im Schach halten. Die wären alle schon unter der Erde und längst vergessen. Aber so stehen diese, die Rentenkassen belastenden Menschen erlebnishungrig, neugierig und gutsituiert in den Startlöchern vor der Frage, was fang ich an, was fangen wir, die wir zusammen geblieben sind an, was fangen die, die einen Partner verloren haben und sich neu orientieren mußten an, mit unserer Freizeit, mit unseren Wünschen, wie und wo lassen wir es uns gut gehen?

Natürlich in südlichen Gefilden

Und hier liegt Spanien mit seinen günstigen Möglichkeiten, Kauf einer Immobilie (inzwischen allerdings auch schon stark verteuert), Langzeiturlaub durch Anmietung eines Appartements, in einem Apparthaus, Hotel ganz vorn.
Leute, die diese Möglichkeiten wahrnehmen, sind eine ganz eigene Art von Senioren. In vielen Belangen wirken sie oft komisch. Altersgenossen, die daheim kleben bleiben, sich als unabkömmlich in ihrem Umfeld sehen, von ihren Kindern, Enkeln und sonstigem sich für ewig abhängig und unentbehrlich fühlen, haben für diese mediterrane Rentnerfraktion kein Verständnis und reagieren auf eventuelle Erzählungen ohne jede Reaktion..


XXX, hier sollte das Bild der Morgenstimmung stehen....XXX

La dolce vita, das süße Leben

Das findet in der Zeit von Oktober bis Ostern des nächsten Jahres statt. Da sind das Klima, die Preise moderat. Ab April beginnt die Sommersaison mit steigenden Temperaturen, überfüllten Hotels und Stränden. Nicht mehr für Senioren geeignet.
Wenn man irgendwo gut untergebracht ist und sich jahrelang immer wieder an diesem Ort aufhält, macht man im dritten Abschnitt seines Lebens noch mal eine ganz neue Erfahrung. Frei von allen Sorgen und bei guter Gesundheit bietet so ein Aufenthalt vieles.
Vor allem die Ausflüge, die in diesem schönen Teil Spaniens absolute Pflicht sind. Mit einem Auto, mit Reisegesellschaften kann man die berühmten Stätten wie Granada, Cordoba, Sevilla, Malaga und vieles mehr bequem besuchen und eindrucksvolle Erlebnisse haben.
Dann baut man ja noch mal einen ganz neuen, wenn nicht Freundes-, so doch Bekanntenkreis auf Es wird gemeinsam etwas unternommen.
Man hat ja Zeit, viel Zeit.
Viele , vor allem die, die Monate im Süden verbringen, verköstigen sich auch selbst, was wohl das Vernünftigste ist.
Manche lernen Spanisch und sind damit natürlich noch viel näher mit der Gegend, mit den Spaniern verbunden.
Bis vor einigen Jahren war das Leben hier äußerst preisgünstig und es auch heute noch.


Was gibt es denn über manche Leute und ihr etwas eigenartige Verhalten zu berichten?


Das Leben, der Genuß des warmen Klimas im Süden in einer Villa, einem Appartement, im Hotel, in der Mietwohnung ist eigentlich nur in einer festen Zweierbeziehung möglich. Einzelpersonen wirken verloren, wenn sie doch irgendwo sehen lassen. Das übliche Duo jenseits der 60 wandelt auf der Promenade umher, im Restaurant, im Hotel, beim Frühstück, beim Abendessen. Je länger der eigene Aufenthalt dauert, desto vertrauter , bekannter werden die Gesichter. Man trifft sich ja dauernd. Logischerweise spricht man sich an, unterhält sich.
Als erstes wird die Dauer des Aufenthaltes festgestellt. Als nächstes werden die zahlreichen Möglichkeiten des Verweilens im Süden abgewogen. Viele schwören auf eine Wohnung, in der sie wie zuhause leben. Da jammern meist die Frauen, weil sie zu viel Hausarbeit verrichten müssen, besonders dann, wenn er ein kleiner Pascha sein sollte und sich nur mit seinen Hobbys beschäftigt. Die anderen schwören auf eine ortsübliche Halbpension im Hotel, die ja während dieser außer der Saison liegenden Zeiten sehr günstig angeboten wird.
Letztere dieser Rentnerfraktion, die wiederum eine eigene Gruppe bilden, seien hier beschrieben.
Der Luxus, der in einem guten Hotel geboten wird, ist sehr groß.


Das Frühstück im Hotel

Das Angebot ist in den meisten Fällen sehr umfangreich, besser gesagt, überwältigend. Es gibt: Weißbrot, Schwarzbrot Toastmöglichkeit, gekochte Eier, 3min. 5min. Spiegelei, Omelett von Koch zubereitet, 1,2,3 Eier mit Schinken, Pilzen. Räucherspeck, Würstchen, Bratkartoffeln, Wurst, gekochten Schinken, Käse, Zwiebel, eingelegte Sardinen, Tomaten, Quark, Sekt , Orangensaft, kalte Milch, warme Milch, Sekt, Kaffee, Expresskaffee, Tee, Müsli, Haferflocken, Schokolade, Marmelade, Honig, Kuchen, Hörnchen zum Aufbacken, Obst.
Dann trifft man eine Urlaubsbekannschaft bei der täglichen Qual der Wahl, die den Kommentar liefert: Mir graust vor dem Frühstück! Ich weiß nicht mehr, was ich essen soll, es ist nichts dabei, was mir schmeckt, ich freu` mich schon auf zuhause.?!?!

Das Abendessen im Hotel

Es gibt am Buffet alles, was man sich nur denken kann.
3 verschiedene Suppen (eine andalusische Bauernsuppe einfach super), mindestens 12 verschiedene Salate mit 3 Dressingarten, verschiedenes Fleisch gebraten, 3 verschiedene Fischarten, die je nach Wunsch gegrillt werden, verschiedene Gemüse, Kartoffeln, Nudeln mit Soße, kaltes Fleisch direkt aus dem Schinken zu schneiden, zum Nachtisch verschiedene Kuchen, Torten, Obst, Palatschinken auf Wunsch zubereitet. Käse, Eis
Schließlich, nach einigen Wochen, weiß man wirklich nicht mehr, was man essen soll.

Tapas

Mittags geht man meist in ein Straßenlokal und nimmt Tapas zu sich. Ein Glas Bier oder Wein und dazu je nach Wahl einen kleinen Hamburger, ein heiße Kartoffel in der Folie, ein kleines Gulasch, Kartoffelsalat, Thunfischbrot usw. Wenn öfter ein Getränk mit der Beilage verzehrt wird, kommt man in gute Stimmung, und das alles sehr preiswert. Da gibt es natürlich Kontakt zu Leuten, die am Tisch sitzen.


XXXHier sollte das Bild Abendstimmung stehen...XXX

Gespräche

Der übliche Ablauf
Wie lange sind Sie denn schon da? 6 Wochen= naja, 3 Monate= oha, 6 Monate= Bewunderung, Staunen, kann man das aushalten? Sie sind 2 Wochen hier= Schämen Sie sich denn nicht ein bißchen. Mit so einem Kurzurlauber müßte man eigentlich einen Kontakt sofort abbrechen.
Aber wenn jemand berichtet, wir haben in Deutschland alles verkauft, leben hier 6 Monate in einer Eigentumswohnung, verbringen dann den Sommer in Deutschland auf einen Campingplatz, wo wir einen fest installierten Wohnwagen beziehen, machen im Herbst ein paar Wochen irgendwo eine möglichst von der Krankenkasse bezahlte Kur und ziehen dann wieder in den Süden. Das ist die Spitze! Da bleibt dem erstmaligen Langzeiturlauber der Mund offen und die Spucke weg..

Und wo kommen Sie denn her? Nach der Bekanntgabe des Heimatortes sind mögliche Antworten, ach, die Gegend kenne ich ganz gut, da war ich schon vor 30 Jahren einmal bei einer inzwischen verstorbenen Tante. Sehr interessant. Oder das ist aber sehr weit weg von meiner Heimat, kenne ich nicht. Schockiert wird man unter Umständen, wenn man z.B. die Auskunft erteilt: Ich komme aus Bayern und der Gesprächspartner erwidert: Ach du Schreck. Da fällt einem als Bayer nur gedanklich die Formulierung ein: So ein gescheerter Rammel!! Der Großteil der Rentnerfraktion sind Norddeutsche.
Der Verlauf eines Gespräches wird so natürlich stark eingeschränkt ein weitere Kontakt möglichst vermieden. Aber unter der Fülle der vielen Rentner ist es leicht, sich umzudrehen und diesen Gesprächspartner zu vergessen.
Ein anderes Gespräch. Wir haben ein Haus (selbstverständlich), 2 Kinder, 5 Enkel, das ist der Durchschnitt. Wir lieben unsere Enkel und können deshalb heuer nicht sehr lange hier bleiben, weil die lieben Kinderchen sich nach uns verzehren.
Im Übrigen sollte man auf Distanz gehen, wenn schon in den ersten Minuten eines Gespräches intime Einzelheiten aus dem eigenen Lebenslauf offenbart werden wie: Meine Tochter ist geschieden, der Mann ging ständig fremd, er war zwar ein guter Kerl aber auf Dauer nicht tragbar. Jetzt hat sie einen anderen ,der ist auch geschieden, da ging die Frau fremd, der hat auch zwei Kinder, die sind ganz lieb, die kommen jeden Tag, lieben Oma und Opa sehr.
Ein wirkungsvoller Gegenschlag, der mir manchmal auf der Zunge lag, wäre: Wir haben einen Sohn, ledig. der braucht uns nicht. Unseren Kanarienvogel haben wir fliegen lassen. Die Oma hat auch das Zeitliche gesegnet, sie hatte ja sowieso nicht mehr viel von ihrem Leben. Jetzt sind wir frei. Ich erzähle das sonst niemand, aber Ihnen kann ich es ja sagen..

Sonnenanbetung- kurze Hose.

Sobald die Sonne ein paar warme Strahlen sendet, die Temperaturen ein kleines Stückchen nach oben gehen, sieht man viele alte Männer nur noch in kurzen Hosen. Eigentlich ist das in diesem Alter und bei den doch noch zu kühlen Temperaturen lebensbedrohend, in so einem luftigen Aufzug spazieren zu gehen. Viele tun das trotzdem und zwar in einer Art, als wollten sie allen zeigen: ich kann das, mag das, ich bin ein ganz gesunder, abgehärteter, vom winzigsten Sonnenschein zu verführender, toller Bursche.
Sobald es dann wirklich so warm ist, daß man sich wirklich kniefrei bewegen kann, präsentiert sich jeder alte Knabe in den kurzen. Dabei gibt es dann die verschiedensten Variationen. Einmal sind da die sehr jugendlich erscheinen wollenden in den superweißen Gabadinhosen mit weißen Socken, weißen Schuhen, weißem Hemd und weißer Mütze. Es kommt dabei aber immer wieder vor, daß die jugendliche Kleidung mit dem körperlichen Erscheinungsbild nicht zusammenpaßt. Manche Herren humpeln oft nur mühselig über die Promenade, tragen riesige Bäuche vor sich her und demonstrieren mit ihrer Kleidung lediglich, daß sie zumindest im Herzen jung geblieben sind.
Dann gibt es die wirklich schlankgebliebenen, die auch noch makellos glatte, gesund erscheinende Beine vorweisen können, die also prädestiniert für die kurzen sind. Doch einige meinen, sie müßten noch zusätzlich beweisen, daß sie sogar in die kurzen von vor 40 Jahren hineinpassen. Und dann spannt sich das damals moderne kurze Höschen irgendwie widerlich um einen alten Arsch.
Die meisten kleiden sich aber in qualitativ guten Sachen, wobei aber auch wieder entscheidend ist, kann er noch gerade laufen ist er zu dick? Dann hat auch die beste Kleidung keine Wirkung. Allgemeine Bewunderung erzielen die Schlankgeblieben, modern gekleideten, an der Bar sitzenden, rauchenden, saufenden und gesund erscheinenden. Hin und wieder sieht man einen. Purer Neid erfasst einen, wie macht denn der das nur? Man tröste sich mit dem Gedanken, wahrscheinlich hat er irgend ein Leiden, das man im Erscheinungsbild nicht bemerkt.
Bei den Damen ist die Vielfalt in ihrer Kleidung natürlich weit aus größer. Viele verzichten auf beinfreie Kleidung, hier sind meist Krampfadern der Grund (den Männern ist das Wurscht)
Diejenigen, die besonders jugendlich erscheinen wollen, kleiden sich sehr gern mit goldenen Sachen, goldene Sandalen, goldener Gürtel, goldeneTasche, gold- oder sonst wie glänzendes T-Shirt. Genauso wie bei den Herren, spielt bei den Damen das äußere Erscheinungsbild eine entscheidende Rolle. Es hilft das teuerste goldigverbrämte Outfit nichts, wenn eine zu gewaltige Körperfülle zu umhüllen ist. Gräßlich ist das Bild derjenigen, die mittels Korsage ihre Busenfülle auf eine unnatürliche Höhe schrauben und damit etwas vorgaukeln, was in natura total runterfallen würde. Bei vielen ist aber wie bei den Männern eine Vorliebe für weiß festzustellen.
Allgemein ist festzustellen: Je älter die Person, je weißer der Rock, die Hose.
Bei den Damen ist aber auch Vorsicht geboten, wenn sich die Hosen um einen überdimensionierten Hintern spannen müssen. Der Anblick ist beängstigend, wenn man auf der Promenade beim Spaziergang eine Zeitlang hinterher gehen muß, bis man überholen kann. Am schlimmsten ist es aber, wenn sich die alten Damen, obwohl schlank geblieben, meinen, sie müssten sich mit einer hautengen Baumwollhose darbieten, wobei dann noch das T-Shirt nicht über den Beinanfang reicht. Hier kann man eigentlich nur ganz schnell und strikt wegschauen, verdrängen, das habe ich nicht gesehen, das will ich nicht sehen und im Laufschritt überholen.

Sonnenanbeter

Sie wirken ein wenig unnatürlich, diese weißhaarigen Menschen in heller Kleidung und der dunkelbraunen Gesichtsfarbe. Sobald die Wahrscheinlichkeit besteht, daß die Sonne einigermaßen warm genug scheinen wird, besetzt man schon vor dem Frühstück die besten, windgeschützten Plätze am Pool, wobei auch sehr wichtig ist, daß diese nicht abgelegen sind, sondern so liegen, daß man gesehen wird. Dort setzt man dann seinen Körper, in welchen Zustand er sich auch befinden mag, der prallen Sonne aus
Man muß überall tiefbraun werden. Dazu werden auch die Arme in einer Stellung in die Sonne gedreht, daß auch die Innenseiten sich braun verfärben. Mit aller Macht wird eine Gesamtbräune angestrebt. Die Frage ist nur, wie will man damit im März, April, wenn man aus der Winterperiode wieder zu Hause eintrifft, jemanden imponieren? Höchstens in der Sauna. Aber da trifft man ja dann vielleicht diejenigen, die sich auf einer Sonnenbank eine Ganzkörperbräune geholt haben. All diese gesundheitbewußten Alten sind doch darüber informiert, daß starke Sonnenbelastung zu Krebs führen kann, vielleicht sogar irgendwann führen wird. Oder herrscht unter den Alten die Meinung vor, jetzt bin ich so alt und habe noch nicht Krebs, also ignoriere ich diese Gefahr. Es paßt einfach nicht zusammen, dieses Bestreben nach Gesundheit und dieser unbekümmerte Umgang mir der Sonne. Vielleicht besteht ja doch ein gewisser Zwang, braun zu erscheinen, um nicht daheim der Bemerkung ausgesetzt zu werden: Was sagst Du, 3 Monate warst Du im Süden, Du bist aber gar nicht braun!
Allein dies kann einen dazu verleiten sich übermäßig zu bräunen, alle Warnungen und Gefährdungen zu verdrängen. Denn wer verkraftet schon solche Bemerkungen ohne tief gekränkt zu sein, sich zu ärgern und damit etwas zu tun, was wiederum dem Wohlbefinden und der Gesundheit schaden kann.

Frisuren

Bei älteren Menschen, vorwiegend bei Männern verringert sich die Haarpracht entscheidend. Viele können nur noch einen mehr oder weniger breiten seitlichen Haarkranz aufweisen. Oder auch, die Haardecke wird so dünn, daß nur mühsam durch quergescheiteltes Kämmen eine Vollglatze vermieden wird. Aber es gibt auch einige, die auch im Alter noch ein volles Haar vorweisen können. Alle sind natürlich ergraut, viele schneeweiß. Wenn nun dies noch verbunden ist mit einer schicken Kurzhaarfrisur, tiefbraunen Gesicht, weißer Kleidung und guter Körperform, ist der perfekte Gentleman, ein Altersschönling zu bestaunen. Ein dichtes, langwallendes Haar mit einen idealen Schläfenansatz versehen hilft aber gar nichts, wenn die übrigen Attribute nicht stimmen. Große Wampe, wobei der Gürtel unter dem Bauch die Hose nur mühsam hält, das verdirbt das Erscheinungsbild gewaltig.
Bei den Damen ist die Tendenz, sich die Haare bis ins hohe Alter zu färben, erstaunlich gering. Sie stehen zu ihren grauen oder sogar weißen Haaren. Viele tragen eine moderne Kurzhaarfrisur und wenn die übrigen Attribute stimmen. d.h. die körperliche Form im Rahmen ist, präsentieren sich diese Damen sehr vorteilhaft. Es gibt aber auch welche, die ihr Haar lang tragen, grau oder weiß und das verbunden mit einer üppigen Figur, ein zwiespältiger Anblick. Furchtbar ist der Anblick einer womöglich sehr korpulenten Dame, die ihr Haar mit einem seitlichen Pferdeschwanz präsentiert. Man meint, hier hat sich jemand 50 Jahre zurückentwickelt. Einige färben ihr Haar weißblond, tragen es schulterlang und offen, haben eine gute Figur und sehen von hinten aus wie 20. Die Bestürzung ist allerdings groß, wenn sich die Dame umdreht....



Kontakte

Es gibt in diesen Zonen die Möglichkeit mit religiösen Gruppen in Kontakt zu treten. Sonntagsgottesdienste sind stark refrenquiert, so, daß viele heimische Kirchengemeinden neidisch wären, ob dieses Andrangs. Hier verkehren lauter gutsituierte , wohlerzogene, mehr oder weniger strenggläubige Christen. Man kann sich des Eindruckes nicht verwehren, daß viele vor allem darum beten, Herr, gib mir noch lange ein gesundes Leben, damit ich hier die so angenehme Zeit in meinem Dasein weiterhin genießen kann. Diese Gruppe beglückt sich gegenseitig in wohltemperierter Sympathie, völlig isoliert von jeglicher Not, Armut und sonstigen sozialen Konflikten. Man betet, diskutiert, wandert, unternimmt Ausflüge unter Gleichgesinnten in wunderbar mildem Klima. Man dankt den Bewohnern des vom südlichem Klima begünstigten Landes, daß man hier sein darf, und freundlich behandelt wird. Es wird auch erwähnt, wieviel Not es auf der Welt gibt, wieviel und wo kriegerische Konflikte schwelen, ausbrechen. Die Bitte erfolgt ganz nach oben, es möge sich doch alles zum Guten wenden. Von den Seelsorgern werden private Sprechstunden angeboten, wo man seine Sorgen loswerden kann. Wenn sie nicht gesundheitlicher Natur sind, können sie nicht groß sein, Wird einem der richtige Weg zum Glauben gezeigt? Geht das so einfach, wenn man ein paarmal mit einem Fachmann spricht, der einen aufgrund seines eigenen tiefen Glaubens ohne weiters dorthin führt? Die Pastoren vermitteln den Eindruck, alles genau zu wissen. Wenn in diesen Zirkeln von Sünde gesprochen wird, wenn der Pastor sich selbst als Sünder bezeichnet, ist das nur schwer vorstellbar. Wie und wo könnte der Gottesmann von Sonntag zu Sonntag, von Predigt zu Predigt, bis zum Abendmahl am Mittag gesündigt haben. Auch bei den anderen, gläubigen Gemeindemitgliedern sind Sünden, die in der vergangen Woche begangen wurden, nur schwer vorstellbar.
In diesen Regionen sieht man ja nur wenig junge, hübsche Menschen. Wenn aber doch eine attraktive Schönheit auf der Promenade flaniert, man sie mit Wohlwollen betrachtet, sich noch womöglich umdreht und feststellt, was hat die für eine wunderbare Figur. Ist das Sünde? Muß man das beichten? Begeht ein Pastor die gleiche Sünde? Fragen über Fragen

Das süße Leben wird langweilig

Man hat alles gesehen. Die Bekanntschaften bleiben doch immer sehr unverbindlich. Man kennt jeden Stein, jeden Meter der 12 km langen Promenade. Es ist fast wie zu Hause, aber eben doch nicht ganz.

Bilanz.

Nach dreimaligem, längeren Aufenthalt haben meine Frau und ich mit dieser Art der Freizeitgestaltung abgeschlossen.

Wir lieben und genießen

1. Die winterlichen Temperaturen einschließlich Schmuddelwetter und der Dunkelheit ab 17 Uhr,

2. Mit dem Kachelofen ein warmes, behagliches Klima zu schaffen.,

3. das einfache Frühstück, eine Scheibe Brot mit Streichwurst und zwei Tassen richtigen Kaffee,

4. als Hauptmahlzeit das eingängige Essen, Fleischpflanzel mit Blaukraut, Pfannkuchen mit Apfelmus,

5. den Umgang mit der Verwandtschaft, den alten, vertrauten Freunden und Bekannten beim Feierabendclub, in der Schafkopfrunde, beim Wanderverein.

6. das Leben in den altgewohnten Räumlichkeiten ohne Blick auf das Meer in einem
wunderschönen Appartement,
wo aber doch die vertrauten Gegenstände fehlen.


by Erwinus



BILD - IMPRESSIONEN aus suedlichen Gefilden.....

EINDRUECKE_pic2.jpg
.....am Morgen, wenn der Tag anbricht




.....am Abend, wenn er endet

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