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CHILE 2005

Chile 2005



SÜDCHILE PATAGONIEN



Februar 2005




Los Tres Torros Patagonien


Es war schon immer mein Wunsch, das Land so nahe am Südpol kennenzulernen.

Da ich keine Pauschal-Reisende bin dauerte es etwas länger ein paar Individual-Reisende zu finden.

Unser Ausgangspunkt war eine Estanzia bei Osorno, etwa 2 Flugstunden südlich von Santiago de Chile.

Wir flogen zunächst von München über Madrid und dann weiter bis Santiago de Chile. Dort hatten wir ein paar Stunden Aufenthalt und besichtigten die Hauptstadt Chiles.

Eine Stadt, wie heute fast alle Großstädte, mit einem sehenswerten mittelalterlichen Stadtkern und rund herum Neubauten und Industrie. Die 4,6 Millionen-Stadt wird beschützt von der Statue der Maria, die auf dem Stadtberg thront.

Das Haupthaus der Estanzia liegt an dem 870 km2 See Llanquikue, der von dem 2 660 Meter hohen Vulkan Osorno überragt wird. Die obere Region des Berges ist mit Gletschern bedeckt. Das Abendrot taucht den Gipfel in glühendes Rot.



Abendrot am Osorno




Fast 40 Stunden waren wir nun unterwegs. Noch schnell zur Erfrischung in den See (24Grad) und dann ab ins Bett.

Am frühen Morgen ging es gleich weiter. Wir wanderten zu dem Cascadas- Wasserfall. Über schwankende Hängebrücken und über schmale Baumstämme, unter uns der reißende Gletscherbach, so gelangten wir zum Wasserfall, der sich steil vom Felsen herabstürzt. Um näher an ihn zu gelangen, liefen wir noch ein Stück durch den Bach. Geschafft!

Aber zurück mussten wir auch noch!

Heute soll es etwas ruhiger sein. Mit einem Kleinbus fuhren wir zu dem Fischerdorf Puerto Montt, gelegen am Pazifik.

Südliche Märkte strahlen eine besondere Faszination aus. Fische, Obst, Gemüse und Gewürze werden angeboten. Eine bunte Vielfalt. Als Fischesser kam ich da bestimmt nicht zu kurz.

Das Städtchen Oktay, das wir am Rückweg besuchten, wurde von deutschen Einwanderern gegründet.

Zu kleinen Fischerdörfern am Pazifik führte uns heute unser Weg. Einsam liegen sie auf Hängen gebaut in sicherer Höhe. Die See war stürmisch und die Wellen brachen sich an den steilen Felsen. Ein grandioser Anblick. Da werden einem die Kräfte der Naturgewalten wieder bewusst, zu dem noch ein starker Wind aufkam.


An der Pazifikküste





Der Abschluss des Tages war ein totaler Kontrast. Wir gingen zur Ferria Osorne, der größten Rinderversteigerung Chiles.

Etwa 6 000 Rinder wurden versteigert. Eng zusammen gepfercht das Schlachtvieh. Kräftige Bullen und Kühe mit Kälbchen wurden vorgeführt und versteigert. Der Wert geht nach Gewicht. Eine Kuh kostet etwa 2 000 bis 3 000 €.

Ein buntes Treiben, wie auf einem Jahrmarkt. Obwohl einem das Schlachtvieh leid tat, aßen wir am Abend unser Rindersteak.

So ist der Mensch eben.


Rindermarkt




Zum Wandern fuhren wir zur zweitgrößten Insel Chiles, nach Chiloe. Unser Hauptziel war eine Pinguinkolonie. Am Strand bestiegen wir ein Boot und dann ging’s hinaus in die stürmische See. Bald sahen wir viele Magellan- und Humboldtpinguine auf einem Felsen. Sie waren possierlich anzuschauen. Doch unser Boot schwankte auf und ab und so war es schwer zu filmen. Ein Stück weiter sonnten sich auf Felsen viele Seelöwen.

Dann kamen wir an ein Water Hole. Wie aus der Fontäne eines Geysirs spritzte Wasser in die Höhe.


Humboldt- und Magellanpinguine




Wir wollen heute Huberts Estanzia kennenlernen. Sie ist etwa 2 000 Km2 groß und liegt am Fuße des Osornos. Hubert stammt aus dem Allgäu und hat sich diese Estanzia aufgebaut. Er züchtet Mutterkühe mit Kälber. Ein riesengroßes Areal. Nach etwa 4 Stunden per pedes bergaufwärts, bei 30 Grad, erreichten wir das obere Haus.

Ein Arbeiter drehte schon den Grillspieß mit Hammeln über dem Feuer. Aber da standen Pferde. Faszination Pferd! Ich musste drauf. Zu Viert mit einem Gaucho ritten wir zu den Herden und trieben sie gemeinsam zu einem anderen Weideplatz. Für mich ein ganz besonderes Erlebnis.

Nach dem reichhaltigen Essen suchten wir ein schattiges Plätzchen zum Ausruhen. Die beiden Hunde ließen sich gleich neben mir nieder.


30 Grad im Schatten




Wir flogen über die Gipfel der Anden mit ihren Gletschern und Seen nach Punto Arenas, Patagonien. Mit einem Kleinbus ging es viele Stunden weiter, teilweise der Magellanstraße entlang, nach Puerto Natales. Wir durchfuhren die Kältesteppe, eine unwirtliche Landschaft, einsam aber mit einem besonderen Reiz. Herden von Guanakos und Nandus kreuzten unseren Weg und über uns kreiste ein Kondor.

Bei der Pinguinkolonie „Seno Otway“ verbrachten wir ein paar Stunden.



Wir wurden Zeugen der „Wachablösung“. Pinguine kamen mit reicher Beute aus dem Meer und lösten die brütenden Tiere ab, die dann ihrerseits zum Meer watschelten.



Eine Herde Guanakos


Nandus
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Am nächsten Tag ging es in den Nationalpark Torres del Payne.

Gletscher, Seen, Flüsse und Wasserfälle beherrschen die Landschaft.

Die Berge sind aus Dolomitgestein und haben mit den Vulkanen der Anden nichts gemein.

Wir wanderten zum größten Gletscher der Region, zum Greygletscher. Kleine Eisberge trieben im See.





Am Gletschersee gerieten wir in einen Sturm. Wir mussten uns einhängen. Mit vereinter Kraft kamen wir nur schrittchenweise voran.

Mit dem Wetter hatten wir Glück. 20 Grad und Sonne ist dort eine Seltenheit.


Wasserfall im Nationalpark Torros del Payne




Mit Karin vor dem Bergmassiv

Cuernos del Payne



Wir wanderten ein paar Tage durch den Nationalpark und stiegen auch ein Stückchen den Greygletscher hoch.

Ein überwältigendes Stück Natur.

Durch die weite einsame südchilenische Pampa fuhren wir nach Puntos Arenes, um von dort aus wieder zurückzufliegen nach Puerto Montt und von da aus wieder zu Huberts Farm.

Am letzten Tag wanderten wir zu den Osornogletschern. Ewiges Eis liegt auf dem Vulkan.




Der Urlaub hat alle meine Erwartungen übertroffen. Ich habe eine neue Welt kennen gelernt. Ich habe die Weite der Pampa genossen, bin auf Gletschern gewandert, habe die unberührte Natur erlebt und habe mich mit Menschen unterhalten können, die dort leben.


Am Osornogletscher






































Chile 2005

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